„Kommunikation mit Fokus auf Eltern und Kinder" | KIDS.TEENS & MARKE

„Kommunikation mit Fokus auf Eltern und Kinder"

Erik Winterberg, Geschäftsführer, Elements of Art

KIDS.TEENS & MARKE 2017

Erik Winterberg, Elements of Artim Interview über die zeitgemäße Kommunikation und das neue Nutzungsverhalten von Kindern und Eltern


Die Digitalisierung ist längst auch bei den Jüngsten angekommen. Welche Entwicklungen können Sie beobachten?
E.W.: "Die jüngsten Kinder in der Familie adaptieren digitale Inhalte und Geräte sehr viel schneller als bisher, nicht nur von ihren Eltern, sondern besonders von älteren Geschwistern. Außerdem findet keine Unterscheidung mehr zwischen on- und offline Content statt – die Verschmelzung beobachtet man gerade sehr deutlich bei den „connected toys“, also Spielsachen, die eine Verbindung mit dem Internet aufbauen. Die klassische Trennung löst sich durch einen natürlichen Umgang mit vernetzten Spielzeugen oder Accessoires auf. Dadurch geben Kinder ihre Daten selbstverständlicher – wenn auch oft unbewusst – preis."

Worin bestehen Unterschiede zwischen der Ansprache von Kids & Erwachsenen? Wie unterscheidet sich das Nutzungsverhalten?
E.W.: "Die Ansprache ist im Kern bei beiden Zielgruppen gleich und doch unterschiedlich. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass der Inhalt interessant, relevant und einfach zu verstehen sein muss. Gleichzeitig müssen Geschichten erzählt werden – für die Kids in einem bunten, runden und lustigen Design. Erwachsene erwarten stringente Stories, die über alle Kanäle erlebbar sind. So ergibt sich für den Nutzer ein kohärentes und emotionales Markenerlebnis.

Im Nutzungsverhalten zeigen sich deutliche Unterschiede. Während sich kleinere Kinder beispielsweise im App Markt für VOD-Angebote und kleine Storytelling-Apps mit bekannten Charactern interessieren, wollen ältere Kids vor allen Dingen soziale Apps, die der aktiven und passiven Kommunikation dienen, wie WhatsApp, YouTube etc. Bei den Eltern mischen sich beim Nutzungsverhalten diese beiden Genres (Spiele und Kommunikation) mit funktionalen Apps aus den Bereichen Finanzen, Shopping, Reisen und Verkehrsmittel, Sport und anderen individuellen Interessen."

Was sind Ihrer Erfahrung nach die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Kommunikation mit der jungen Zielgruppe? An wen adressieren - Kids oder Eltern?

E.W.: "Die Kommunikation sollte sich bestenfalls an Eltern und Kinder richten, allerdings mit unterschiedlichem Fokus. Kinder lieben es, sich mit bekannten Charactern auseinanderzusetzen, sei es im spielerischen oder auch im kreativen Umfeld. Für die Eltern gilt: In der Kommunikation sollen Bedenken abgebaut werden, natürlich positiv formuliert. Eltern ist es wichtig, ob der digitale Inhalt edukativ, sicher und auch altersgerecht ist. Hier können bekannte Brands und auch Character einen Vertrauensvorschuss bieten. Neue Angebote haben es hingegen schwerer. Hilfreich sind Empfehlungen anderer Eltern, Siegel, Auszeichnungen – aber auch vertrauenswürdige Absender wie Elternmagazine oder auch Lehrkräfte. Im optimalen Fall muss man also Eltern und Kinder mit unterschiedlichen, aber zielgruppengerechten Inhalten und Argumenten bedienen – und das möglichst zeitgleich."

Vielen Dank für das Interview!

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